Kartoffeln – Wie und wann erntest du sie richtig?

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Kartoffeln - wie und wann erntest du sie richtig

Der richtige Zeitpunkt für die Kartoffelernte

Selbst angebaute Kartoffeln schmecken einfach am besten. Frisch gekocht offenbaren sie ihr weiches, dampfendes Inneres. Es braucht nicht mehr als ein kleines Stück Butter – wenn überhaupt! Doch bevor die leckeren Knollen auf dem Teller landen, bedarf es noch ein wenig Arbeit. Woran du erkennst, ob die Kartoffeln reif sind und wie du sie am besten erntest, erfährst du hier.

Die Dauer der Wachstumsperiode hängt hauptsächlich von der Sorte ab. Auch die Witterung kann eine Rolle spielen. Für mein Gefühl taten sich die Kartoffeln mit der Erntereife in diesem Jahr etwas schwer. Vielleicht lag es an den vielen Niederschlägen, vielleicht habe ich mich aber auch in der Sorte geirrt. Notiz an mich selbst: Regelmäßig Garten-Tagebuch führen!)

 

 

Frühkartoffeln

Frühkartoffeln haben eine relativ kurze Anbauperiode von 3 bis 4 Monaten und sind darum gut geeignet, um das Beet im Jahresverlauf noch für weitere Kulturen zu nutzen. Auch wer Probleme mit Krautfäule im Garten hat, sollte frühe Sorten bevorzugen. Diese werden meist geerntet, bevor die Pflanzenkrankheiten so richtig zuschlagen können. Dafür sind sie nicht besonders lagerfähig und müssen nach der Ernte bald verspeist werden. Darum erntest du von ihnen am besten nur so viel auf einmal wie du benötigst und belässt den Rest in der Erde.

 

Die Frühkartoffel kann geerntet werden, bevor das Laub welkt. Wenn du dir nicht sicher bist, ob es schon so weit ist, kannst du vorsichtig mit der Hand, einer kleinen Hacke oder einer Handschaufel in der Erde nach einer Kartoffel suchen. Das funktioniert umso besser, wenn du deine Kartoffeln angehäufelt hast. Dann musst du nämlich lediglich etwas Erde wegkratzen. Achte darauf, dass alle freigelegten Kartoffeln wieder gut mit Erde abgedeckt werden.

 

Hast du eine Kartoffel gefunden und sie lässt sich leicht von der Pflanze trennen, reibst du sie mit den Fingern. Wenn sich die Schale dabei nicht mehr löst, ist die Knolle erntereif. Das kann je nach Zeitpunkt des Setzens ab Juni sein.

 

 

Mittelfrühe Kartoffeln

 

Die mittelfrühen Kartoffeln benötigen etwas länger in der Erde. Das können 4 bis 5 Monate sein. Etwa im August beginnt das Kartoffelkraut zu welken. Dieser Zeitpunkt sollte abgewartet werden. Wenn sich die Kartoffeln ein paar Monate nach der Ernte halten sollen, lässt du ihnen auch nach dem Welken noch 2 bis 3 Wochen, bevor du sie aus der Erde holst. Diese Zeit benötigt die Knolle, um eine dickere Schale zu bilden. Das erhöht die Haltbarkeit.

Wenn du neugierig bist und es nicht abwarten kannst, lässt sich auch hier nach einzelnen Kartoffeln für eine Mahlzeit graben. Für besonders Ungeduldige und diejenigen, die kontinuierlich ernten möchten, bietet es sich an, sowohl frühe als auch mittelfrühe und späte Kartoffeln anzubauen. So sind nicht dauerhaft alle Beete belegt und doch kannst du bis in den Herbst ernten.

 

 

Spätkartoffeln

 

Nach 5 bis 6 Monaten, meist ab September und bis in den November hinein, sind dann auch die späten Kartoffeln dran. Diese Kartoffelsorten sind für gewöhnlich Lagersorten, deren Schale dick und fest sein muss, damit sie den ganzen Winter über halten. Dafür solltest du sie nach dem Welken des Krautes noch möglichst lange in der Erde lassen, sie aber unbedingt vor dem ersten Frost ernten.

 

Vor dem Einlagern legst du die Kartoffeln zum Abtrocknen aus. Bei trockener Witterung kannst du sie einfach auf dem Beet liegen lassen. Anschließend befreist du sie von Erdresten und bewahrst sie an einem kühlen, frostfreien, trockenen und dunklen Ort gut belüftet und bei nicht zu geringer Luftfeuchtigkeit auf. Lagerkartoffeln müssen regelmäßig kontrolliert werden. Beginnen Sie zu faulen oder treiben aus, solltest du etwas an der Lagerung ändern und die betroffenen Knollen entfernen.

 

Achtung: Entdeckst du Krautfäule an deinen Kartoffelpflanzen, ist es ratsam, die Knollen bereits vor der Reife zu ernten, bevor die Krankheit auf sie überspringt. Befallene Kartoffeln sollten nicht gegessen werden, da der krankheitsverursachende Pilz als krebserregend eingestuft wird. Die vorzeitig geernteten Kartoffeln solltest bald verwenden. Damit die Krautfäule sich nicht weiter im Garten verbreitet, entsorge das Kraut über die Biotonne oder den Hausmüll und gib es auf keinen Fall in den Kompost.

 

Anleitung zum Ernten von Kartoffeln

Für die Ernte solltest du dir immer einen freundlichen Tag ohne Regen aussuchen, denn die Kartoffeln lassen sich aus trockenem, sandigen Boden viel leichter entfernen als aus schwerer, nasser Erde. Das erleichtert auch die Abtrocknung und damit die Haltbarkeit, bei Lagerkartoffeln auch die Lagerfähigkeit.

 

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Als Werkzeug empfiehlt sich eine Grabegabel*. Mit ihr ist es möglich, den Boden nach Knollen zu durchforsten, ohne sie zu verletzen. Auch der Einsatz eines Spatens ist möglich. Beim Graben mit dem Spaten kannst du jedoch schnell die Kartoffeln verletzen. Kartoffeln mit beschädigter Schale, solltest du in den nächsten Tagen verzehren, denn diese sind nicht haltbar.


Das abgestorbene Kraut wird entfernt und kompostiert. Ich nehme das Kraut immer erst während des Ausgrabens vom Beet, damit ich weiß, wo die Kartoffelpflanze genau gestanden hat. Mit der Gabel stichst du etwa 30 cm neben die abgestorbene Kartoffelpflanze und hebelst sie vorsichtig hoch. Die meisten Kartoffeln einer Pflanze kommen so zum Vorschein. Das Kraut kannst du jetzt wegnehmen und mit der Gabel noch ein paarmal den Boden auf weitere Kartoffeln überprüfen. So arbeitest du dich von Pflanze zu Pflanze. Falls du nicht alle Kartoffeln mit auf einmal ernten willst, achte darauf, dass die verbleibenden Kartoffeln gut von Erde bedeckt sind. Liegen sie frei, werden sie grün und es bildet sich giftiges Solanin, was die Kartoffeln ungenießbar macht.

Kleinere Kartoffeln ab 3 cm Durchmesser kannst du übrigens als Saatkartoffeln weiterverwenden. Da sie in meinem kleinen Gartenhäuschen nicht frostfrei überwintern können, bin ich dazu übergegangen, sie gleich dort einzusetzen, wo ich das Kartoffelbeet für das nächste Jahr plane. An dem Platz können sie im Boden überwintern und ich nutze den Platz über den Kartoffeln noch für Nachkulturen. Im Winter kann das Beet bei Frost mit Mulch abgedeckt werden.

 

Wie war deine Kartoffelernte? Wollten deine Pflanzen auch einfach nicht welk werden? Hast du schon deine eigenen Kartoffeln als Saatkartoffeln wiederverwendet? Wie waren deine Erfahrungen damit?

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